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Trending 24. Oktober 2016

Nicht fragen. Machen. - Die Geschichte von Spotify
Spotify begeistert Millionen von Hörer und zählt zu den Top StartUps des 21. Jahrhunderts. Wie es der Gründer Daniel Ek dorthin geschafft hat, möchten wir in diesem Artikel einmal genauer erforschen.

App starten. Musik an. Ich bin denke ich nicht der Einzige, der Spotify täglich mehrere Stunden nutzt. Ein fast grenzenloses Angebot an Musik, und das mehr oder weniger kostenlos. Mehr als 60 Millionen User genießen ihre Musik monatlich via Spotify und sorgen so für einen Umsatz von 1,945 Mrd. Euro. Doch wie eigentlich alles auf unserem Planeten, begann auch Spotify klein.

Ursprung Kindheit

Der Ursprung des schwedischen StartUps liegt bereits in der Kindheit des Gründers Daniel Ek. Schon als Schüler programmierte er erste Programme auf seinem Commodore C64 und bereits mit 14 Jahren gründete Daniel Ek seine erste Firma. Eine Firma die Websites für Unternehmen erstellte - mit Erfolg. Fünf Jahre später, mit 19, verkaufte Ek diese und stieg kurz darauf als CTO bei Stardoll ein. Auch Gründete er Advertigo, begann ein Informatik-Studium oder arbeitete bei anderen Unternehmen. In dieser Zeit lernte er schließlich Martin Lorentzon kennen, der später sein Co-Founder bei Spotify wurde.

Die eigentliche Idee stammt jedoch aus der Zeit als CEO bei der Filesharing- und Streaming-Platform uTorrent. Ek war bereist Multimillionär mit einer Menge Erfahrung. Er liebte die Musik, doch im fiel auf, wie die Musikindustrie immer mehr in die Piraterie verfiel und Musiker immer mehr ums Überleben kämpfen mussten. Angeblich kam ihm diese Idee beim Gitarre spielen in einem Haus, nahe seiner Heimat.

Später erklärte er: „Mein Ziel war es, mit Spotify einen Service zu bieten, der besser war als all die Piratenprodukte. Es sollte einfacher sein, Musik zu entdecken und zu teilen. Ich erkannte, dass wir mit einem derartigen Service die Chance hatten, rund 500 Millionen Menschen zu erreichen. Und zwar alle die, die Musik illegal konsumierten. Gleichzeitig war es das Ziel, wieder Wachstum in die Musikindustrie zu bringen und den Künstlern damit die Chance zu geben, weiter ihre Musik zu machen, die uns allen Freude macht. Ich wollte mit der Musikindustrie arbeiten, nicht gegen sie.“

Aus einer Idee wird Realität

Innerhalb kürzester Zeit fand Ek Investoren und konnte so knapp 12 Millionen Euro Risikokapital „besorgen“ Daraufhin gründete er, gemeinsam mit Martin Lorentzon, die Spotify AB mit Sitz in Stockholm. Der Name steht dabei für „to spot“ (entdecken) und „to identify“ (identifizieren). Nach der erfolgreichen Gründung begannen die Verhandlungen mit den großen Musik-Labels und die Entwicklung der eigentlichen Plattform begann. Nach zwei Jahren harter Arbeit war es endlich geschafft und der Dienst konnte 2008 erstmals in Schweden zum Download angeboten werden. Kein Jahr später, am 2. März 2009, konnte der Streamingdienst bereits eine Million Mitglieder zählen. Für Daniel ein klares Zeichen von Erfolg.

Von nun an breitete sich der Dienst wie ein Lauffeuer aus. In immer mehr Ländern stieg Spotify in das Geschäft ein, so auch am 13. März 2012 hierzulande (Deutschland), wo sich der Dienst rasant etablierte. Mittlerweile zählt Spotify über 60 Millionen aktive Nutzer, die sich über 60 Ländern verteilen. Zuletzt stieg das schwedische StartUp im japanischen Markt ein.

Kein Chef dafür Squads

Dieser rasante Aufstieg liegt, so sagen es viele, in der Art und Weise, wie das Unternehmen arbeitet. So verfolgt Gründer Daniel Ek den Glaubenssatz: „ Nicht fragen. Machen.“. Nur so, kann ein StartUp tatsächlich kreative Ideen hervorbringen und schnell wachsen. Deshalb haben die Mitarbeiter viele Freiheiten und treffen eine Vielzahl der Entscheidungen selbst.

Dabei agieren die Entwickler in kleinen Teams oder Squads, die jeweils ein Aufgabengebiet haben. Diese Squads arbeiten alle nach dem Prinzip von Scrum, wobei sie keinem Chef unterlegen sind. So kann ein Entwicklerkreis selbständig Verbesserungen einarbeiten. Arbeiten mehrere Squads im selben Bereich, gehören sie zu einem Stamm, welcher sich regelmäßig untereinander austauscht. Ein genaues Prinzip, wer was macht, oder welche Ideen genau umgesetzt werden, gibt es jedoch nicht. Das was auf dem Papier steht, ist nicht gleich bedeutend, mit dem was jemand in der Realität zu sagen hat. Einen echten Chef gibt es also nur auf dem Papier.

Nun scheint es wie ein Wunder, dass bei diesem „Chaos“ ein echtes gut funktionierendes Produkt entsteht. Der Grund dafür liegt im Feedback. Die einzelnen Entwickler oder Squads tauschen sich ständig aus oder stellen Leuten aus anderen Bereichen ihre Ideen vor. Dadurch erhalten sie Feedback, wodurch die Ideen weiterhin verbessert werden. Zudem müssen neue Entwicklungen im Vorfeld ausgiebig getestet werden, damit Fehlerquellen minimiert werden.

Klar bietet dieses Konzept Risiken, im Fall von Spotify scheinen diese aber ausradiert zu werden. So ist das schwedische Unternehmen weiterhin auf dem aufsteigenden Ast.
Titelbild: downloadssource.fr CC BY 2.0


Marcus Willner | Founder 747 Wörter


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