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Trending 16. September 2016

Online-Journalismus - Mein Zugang
Journalismus? Texte schreiben; Online stellen; Doch wie viel ist Online-Journalismus wirklich noch wert, in Zeiten, wo jeder seine Meinung oder „Wissen“ auf Social Media verbreiten kann. Wie sehr kann man sich noch auf die „großen deutschsprachigen Online-Magazine“ verlassen, wo Clickbait Nutzer-Daten Briefing, Werbung und Sponsored-Posts längst einen Großteil dieser Medien ausmachen.

Ich möchte nicht jeden Schreiberling verurteilen, wäre ja ein Schuss ins eigene Knie, wenngleich ich mich auch nicht als solchen bezeichnen würde. Mir ist lediglich wichtig, meine eigene Erfahrung zu teilen, die Erfahrung, enttäuscht zu werden, enttäuscht von Journalismus. Doch beginnen wir am besten da, wo alles angefangen hat.

Ich kann mich noch erinnern, als wäre es vorgestern gewesen, meine ersten Gehversuche mit dem Internet, damals war ich jung, sehr jung, und dieses Ding, etwas neuartiges, etwas tolles. Auch wenn ich damals noch nicht lesen konnte, beeinflussten dieses Momente, meinen weiteren Zugang zum Netz.

Als ich die ersten Zeitungen in meine Hände bekam, war ich schon damals enttäuscht, und zwar nicht davon, weil ich wenig verstand, nein lesen konnte ich schon, sondern davon, dass man Geld dafür bezahlt, viele Artikel zu erhalten und nicht das nötige Interesse hat alle zu lesen. Und die meisten waren groß, unhandlich und optisch gestaltet, um so viele Leser wie möglich abzuschrecken, dies hat sich jedoch gebessert, mittlerweile.

Irgendwann stieß ich dann auf Online-Magazine, doch wurde nicht fündig. Ich konnte meine Interessen nirgends finden. Im deutschsprachigen Raum gab es zu diesen Zeiten - vor 5 Jahren - 2 große Angebote; Auf der einen Seiten die Online-Medien der Print Magazine, die zu meinem bedauern nicht nur eine abgespeckt noch hässlichere Version des Papierdings waren, sondern noch mehr mit Werbung vollgestopft waren als diese. Und zweitens fand ich die Blogs, von „Halbwissen-Fachzeitschriften, die mich zwar schon mehr ansprachen, aber mehr und mehr mein Interesse verloren aufgrund von oben genannten Kritikpunkten.

Nun stehen wir hier, schreiben 2016, und ich betrachte mich immer noch nicht als Autor; es wäre falsch gegenüber echten Autoren; Redakteuren. Online-Journalismus, schon einige Erfahrungen habe ich damit gesammelt, mich weiterentwickelt, und dennoch im DACH Raum nur wenige, für mich ansprechende Magazine gefunden. Und ich schließe explizit englische Medien aus, denn die sind eine Geschichte für sich selbst, mit ganz anderer Geschichte. Weniger blutig, dennoch dramatisch. Doch kann ich dazu wenig sagen, da ich mich hiermit erst seit ein bisschen mehr als 2 Jahren beschäftige.

Und wieso ich nun so viel Wert auf in meinen Augen guten Journalismus lege - ohne meine Texte nun als gut abzustempeln - ist, dass ich es hasse, Halbwissen verbreitet zu sehen. - was auch mir passieren muss - weswegen ich aber niemanden Verurteilen will. In meinen Augen ist es nur wichtig vor allem 2016 und auch die nächsten Jahre, Journalismus, wie schon zu meinen Kindestagen direkt an die Leser zu bringen, ohne Werbung, ohne unehrlichen Posts, und vor allem mit Überzeugung und Herzblut. In meinen Augen ist es eine Wertvorstellung, die nicht durch Social Media und YouTube verloren gehen sollten, sondern neu erfunden, eben indem Texte auf ihre eigene Weise Zukunft erzählen.

So wie hier, auf kiwicube, wo auch dieser Artikel nicht konservativ ausgelegt ist, auch wenn die Hauptaussage diesen Eindruck zu vermitteln versucht. Er will vielmehr einen Denkanstoß geben, Richtung vorne; dahin wo auch meine Kinder einmal leben werden. Und dahin wo auch du dich mal befinden wirst. Und genau deswegen brauchen wir modernen Journalismus; genau deswegen, um uns zu informieren, wenigstens, bis künstliche Intelligenzen uns dieses Bedürfnis abnehmen, und uns nur mehr das Zusehen überlassen; das Zusehen am Leben, am Denken, das Zusehen der Zukunft.



Chris Schnabl | Founder 587 Wörter


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