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Futureshit 30. Oktober 2016

Deshalb fürchten Tesla und Co deutsche Straßen
Nach und nach wird der Hype um autonome Fahrzeuge immer größer und die Menschen freunden sich mit dem Gedanken an. Keine Frage, autonomes Fahren ist eine super (sichere) Sache. Doch eine Herausforderung müssen sich Tesla und Co noch stellen – deutsche Straßen.

Es war nur eine Frage der Zeit bis Autos selbstständig fahren können. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, wo die Technik bereits marktreif ist und immer mehr Firmen Autos ausliefern, die selbstständig fahren können.

Rechtliche Fragen sind zwar oftmals noch nicht ganz geklärt, doch für die Hersteller tun sich ganz neue Herausforderungen auf. Bereits kleine Schlagzeilen über Unfälle zerstören das Vertrauen in die neue Technik, obwohl abseits davon viel Schlimmeres geschieht. Doch in diesem Artikel soll es um die deutschen Straßen gehen.

Gefahr deutsche Autobahn

Der ein oder andere fragt sich, warum ausgerechnet hierzulande das autonome Fahren so schwer sein soll. Der Grund liegt, oder besser gesagt fährt, auf den Autobahnen. Anders als in fast allen anderen Ländern der Welt darf man auf großen Teilen der deutschen Autobahnen ohne Tempolimit fahren. Dem entsprechend kann es immer wieder passieren, dass aus dem Hintergrund mal eben ein Porsche mit 260 km/h an einem vorbeischießt. Zum Vergleich: In Österreich dürfte der nette Fahrer nur halb so schnell fahren.

Hohe Geschwindigkeiten sind nicht nur für Menschen schwieriger zu kontrollieren, sondern auch für die Technik. Fährt ein autonomes Auto beispielsweise mit 120 km/h auf der rechten Spur und möchte einen LKW überholen, muss es auf die linke Spur wechseln. Dort kann allerdings jeder Zeit ein Sportwagen mit gerne mal 300 km/h angeschossen kommen. Da entspricht einem Unterschied von gut 50 Metern pro Sekunde.

Doch wo liegt nun das Problem, wenn menschliche Fahrer damit klarkommen? Die Antwort lautet; Distanz. Der „echte“ Fahrer kann deutlich weiter schauen. Bei einem Tesla liegt die „Sichtweite“ bei guten Bedingungen bei lediglich 250 Metern, was bei solchen Situationen durchaus zu Problemen führen kann.

Diese Problematik ist dem Bundesverkehrsminesterium bereits bekannt, weshalb erst vor wenigen Wochen erneut einen Brief an alle 2500 Tesla Besitzer in Deutschland verschickt wurde. Dort erklärte Alexander Dobrindt :

„Bei dem in Ihrem Fahrzeug verbauten sogenannten Autopilot handelt es sich um ein reines Fahrerassistenzsystem und nicht um ein hochautomatisiertes Fahrzeug, dass ohne ständige Aufmerksamkeit des Fahrers betrieben werden kann.“

Die Automobilhersteller müssen also weiter ihre Techniken verbessern, damit diese auch mit den extremen Situationen auf deutschen Autobahnen zurechtkommen. Wie schnell dies geschieht, steht aktuell noch in den Sternen. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass es im Interesse aller ist, das autonome Fahren weiter voranzubringen.


Marcus Willner | Founder 419 Wörter


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